• Naime Denguir

Member-Spotlight mit Benjamin Lohrer


Ben hat Molekularbiologie mit Schwerpunkt Neurowissenschaften studiert und ist Doktorand im Bereich Medical Research an der LMU München. Er forscht an der FAU Erlangen-Nürnberg zur molekularen Reprogrammierung nicht-neuronaler Zellen in Nervenzellen. Die Untersuchungen sollen neue Erkenntnisse über humanspezifische Mechanismen bei der Entstehung von Nervenzellen liefern und könnten eine Grundlage für zukünftige Zellersatztherapien darstellen, die Menschen mit Schlaganfällen, Gehirnverletzungen oder neurodegenerativen Erkrankungen helfen können


Was ist Dein Forschungsschwerpunkt?

Ben: In meinem Projekt arbeite ich an der Reprogrammierung von Perizyten (das sind Zellen, die im Gehirn an den Blutgefäßen sitzen) in Nervenzellen. Hierzu kultiviere ich humane Perizyten, die Patienten aus dem Gehirn entnommen wurden, im Labor und bringe mit Hilfe von Viren bestimmte Transkriptionsfaktoren in diese Zellen ein, die in der Lage sind, die Identität der Zellen zu verändern. Wir wissen aus früheren Studien unseres Labors, dass die Umwandlung in Neurone möglich ist – mir geht es nun darum, diesen Prozess besser zu verstehen und auch lenken zu können. Dazu gebe ich während der Reprogrammierung verschiedene Moleküle hinzu, die unterschiedliche Signalwege in den Zellen blockieren und untersuche anschließend die Effekte auf die Genexpression der Zellen. So führt die Manipulation der Signalwege beispielweise zu einer verstärkten oder zielgerichteteren Reprogrammierung. Ausgehend von einem anfangs reinen Zellkulturprojekt beruht mein Projekt inzwischen stark auf bioinformatischen Analysen.

Perizyten in Nervenzellen umgewandelt: Zellkerne (blau), Zellen, in die zwei Transkriptionsfaktoren eingebracht wurden (grün), neu gebildete Nervenzellen (lila)

(aus Karow et al. Nat Neurosci.2018).



Was reizt Dich am meisten an der Wissenschaft oder in Deinem Fachgebiet?

Ben: Neben dem Gehirn, das ich als komplexestes menschliches Organ schon immer faszinierend fand, finde ich unglaublich spannend, dass man seit wenigen Jahren die Identität von Zellen ändern kann, und freue mich, dass ich mehr zum Verständnis dieser Prozesse beitragen kann. Gut finde ich auch die Abwechslung im Beruf – dass man z.B. morgens in der Zellkultur arbeitet, nachmittags am PC komplexe Analysen durchführt und immer wieder auch durch nationale und internationale Meetings den wissenschaftlichen Austausch pflegt.


Was kommt als nächstes?

Ben: In wenigen Monaten will ich meine Doktorarbeit abschließen. Dafür und für eine anstehende Publikation arbeite ich zurzeit an diversen Analysen und Grafiken.


Wenn ich nicht als Wissenschaftler*in unterwegs bin, dann …

Ben: … koche ich, reise ich (zumindest, wenn keine Pandemie herrscht) oder spiele Brettspiele mit Freunden.


Links:

Ben war dabei beim ForInter @UniStemDay 21



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